Spielberichte

Frauen 3: BSV Bern – SG Handball Oberaargau 31:23 (13:15)

Mikail Özkilic

Oberaargau fordert den Favoriten lange – BSV dreht Partie spät

Die 2.-Liga-Frauen der SG Handball Oberaargau mussten am Dienstagabend beim BSV Bern antreten. Gegen den Liga- und Cupsieger der vergangenen Saison waren die Rollen auf dem Papier klar verteilt. Auf dem Spielfeld zeigte sich jedoch lange ein völlig anderes Bild: Die Oberaargauerinnen führten während eines Grossteils der Partie und mussten sich dem Favoriten erst in der Schlussphase mit 23:31 geschlagen geben.

Oberaargau überrascht den Favoriten

Von Beginn an zeigte sich Oberaargau bestens auf den Gegner eingestellt. Die Gäste agierten konzentriert, zwangen Bern immer wieder zu Fehlern und erspielten sich offensiv geduldig ihre Chancen.

Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Oberaargauerinnen sogar, sich abzusetzen. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung bis zu fünf Treffer. Immer wieder wurden klare Torchancen herausgespielt, Siebenmeter provoziert oder Zeitstrafen gegen das Heimteam herausgeholt.

Auch ohne gelernte Flügelspielerinnen – auf beiden Aussenpositionen mussten Rückraumspielerinnen aushelfen – funktionierte der Matchplan hervorragend. Mit einer verdienten 15:13-Führung ging Oberaargau in die Halbzeitpause.

Bern erhöht den Druck

Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Gäste zunächst dagegen und blieben lange in Führung. Der BSV erhöhte jedoch zunehmend die defensive Intensität und bekam insbesondere die zuvor erfolgreichen Oberaargauer Rückraumspielerinnen immer besser unter Kontrolle.

Dadurch verlor das Angriffsspiel der Gäste zunehmend an Rhythmus. Während in der ersten Halbzeit noch geduldig klare Chancen herausgespielt worden waren, wurden nun vermehrt Einzelaktionen gesucht. Gleichzeitig häuften sich die technischen Fehler.

Trotzdem blieb die Partie bis weit in die zweite Halbzeit völlig offen. Erst rund eine Viertelstunde vor Schluss gelang es Bern, das Spiel endgültig auf seine Seite zu ziehen.

Fünf Minuten entscheiden die Partie

Beim Stand von 19:19 kippte die Begegnung innerhalb weniger Minuten. Bern nutzte die Ballverluste der Gäste konsequent aus und setzte sich mit mehreren schnellen Gegenstössen auf 24:19 ab.

Oberaargau fand danach nicht mehr vollständig zurück ins Spiel. In der Schlussphase wurde zudem bewusst rotiert, damit auch Spielerinnen mit bisher weniger Einsatzzeit noch Spielminuten erhielten. Dadurch konnte Bern den Vorsprung weiter ausbauen und setzte sich am Ende mit 31:23 durch.

Das Schlussresultat fiel damit deutlicher aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten liess.

Viel Positives trotz Niederlage

Trotz der Niederlage dürfen die Oberaargauerinnen viel Positives aus Gümligen mitnehmen. Während rund drei Vierteln der Partie gelang es, den nominell stärksten Gegner der Gruppe nicht nur zu fordern, sondern Bern tatsächlich lange zittern zu lassen.

Der BSV befand sich über weite Strecken in einer Situation, die er nur selten erlebt: Statt selbst das Spiel zu kontrollieren, musste der Favorit einem Rückstand hinterherlaufen und immer wieder Lösungen gegen die kompakt auftretenden Gäste finden.

Gerade deshalb darf festgehalten werden, dass Oberaargau diese Herkulesaufgabe über lange Zeit sehr gut meisterte. Die erste Halbzeit zeigte eindrücklich, welches Potenzial in der neu formierten Mannschaft steckt, wenn die taktischen Vorgaben konsequent umgesetzt werden und im Angriff geduldig auf die klare Torchance gewartet wird.

Am Ende bleibt zwar eine 23:31-Niederlage, gleichzeitig aber auch die Erkenntnis, dass die Oberaargauerinnen selbst einem Gegner dieses Kalibers über lange Phasen Paroli bieten können.

Englische Woche geht weiter

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Oberaargauerinnen allerdings nicht. Bereits am Samstag, 17. Oktober, steht das nächste Meisterschaftsspiel auf dem Programm. Zum ersten Heimspiel der Saison empfängt die SG Handball Oberaargau in der Langenthaler Hard die SG Stans/Altdorf.

Beide Teams stehen aktuell bei zwei Punkten und sind damit direkte Tabellennachbarn. Entsprechend wartet auf die Oberaargauerinnen ein wichtiges Duell gegen einen Gegner aus dem eigenen Tabellenbereich.

Gelingt es der Mannschaft, an die über weite Strecken starke Leistung aus dem Spiel gegen den BSV Bern anzuknüpfen, darf sie sich auch gegen Stans/Altdorf durchaus etwas Zählbares ausrechnen.

Damit geht es in der englischen Woche Schlag auf Schlag weiter – diesmal erstmals vor heimischem Publikum.

Telegramm

13.10.2026 F2-04 / Spiel 1570

Gümligen Mobiliar Arena

BSV Bern – SG Handball Oberaargau 31:23 (13:15)

50 Zuschauer

Schiedsrichter: Stefan Kurth

Coach: M. Özkilic

Aufstellung: F. Straub (23%), A. Billeter (29%); K. Chmielnicka (1), E. Waber (1), L. Staub, L. Aikhionbare (7), G. Costa, L. Haenni (2), A. Lohm (2), A. Schröer (4), N. Sommer, L. Kneubühler, A. Gugelmann (6)

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