50 Minuten lang alles im Griff und dann das: Herzschlag Finale bestraft starken HV Oberaargau
Handball-Krimi in Herzogenbuchsee: Der HV Oberaargau zeigt gegen den RG Nyon über weite Strecken seine wohl beste Saisonleistung, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Eine Niederlage, die schmerzhafter kaum sein könnte, da das Heimteam fast über die gesamte Spielzeit wie der sichere Sieger aussah.
Es gibt Spiele, die lassen einen fassungslos zurück. Die Partie vom vergangenen Samstag im Mittelholz war genau ein solches. Über 50 Minuten hinweg dominierte der HV Oberaargau das Geschehen, kontrollierte den Gegner aus Nyon fast nach Belieben und führte teilweise mit einem komfortablen Vorsprung von 7 Tore. Doch Handballspiele dauern 60 Minuten. Eine alte Weisheit, die an diesem Wochenende zur bitteren Realität für den HVH wurde.
Furioser Start und Dominanz pur
Von der ersten Minute an war der HV Oberaargau hellwach. Die Verteidigung stand wie ein Bollwerk, und im Angriff agierte man konzentriert und zielstrebig. Besonders Lars Moser und Miro Ingold setzten immer wieder Akzente. Zur Pause führte das Heimteam verdient mit 16:11. Die Gäste aus der Westschweiz fanden kaum ein Mittel gegen die wirbelnde HVO-Offensive und bissen sich an der kompakten Deckung regelrecht die Zähne aus. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst nicht. Das Team aus “Buchsi” blieb seiner Spielweise treu und konnte auf demselben Niveau weiterspielen. Der HV Oberaargau blieb die bessere Mannschaft, agierte spielerisch reifer und behielt die Nerven. Alles deutete auf einen souveränen Heimsieg hin und auf die ersten Punkte einer bisher schwierigen Saison.
Die dramatische Schlussphase: Wenn der Fokus schwindet
Bis zur 40. Minute deutete alles auf einen Heimsieg hin. Der HVH lag komfortabel mit fünf Toren in Führung. Doch dann kam der Bruch. Die Souveränität und Konzentration der ersten zwei Drittel gingen plötzlich verloren. Anstatt das Spiel ruhig zu Ende zu spielen, richtete sich der Fokus auf nebensächliche Faktoren. Die Quittung folgte prompt: Unnötige Zeitstrafen und technische Fehler häuften sich. Nyon witterte seine Chance und verkürzte innerhalb von nur vier Minuten auf ein Tor. Dann brach die absolute Crunchtime an. Die Westschweizer stellten ihre Verteidigung um und nahmen den bis dahin überragenden Lars Moser mit einer Manndeckung komplett aus dem Spiel. Mit dieser taktischen Umstellung hatten die Oberaargauer sichtlich zu kämpfen. Die Beine wurden schwer und in der hitzigen Atmosphäre schien der Sauerstoff im Kopf knapp zu werden. Es passierte das, was man in dieser Saison leider schon öfter beobachten musste… Doch diesmal besonders grausam. Der HVO gab die Führung aus der Hand. Ganze 59 Minuten lang lag Nyon nicht ein einziges Mal vorne, doch Handball dauert bekanntlich 60 Minuten. Mit dem Schlusspfiff stand ein 32:33 auf der Anzeigetafel, das den Spielverlauf komplett auf den Kopfstellte. Während die Gäste jubelten, blieben die Oberaargauer fassungslos und konsterniert zurück.
Fazit: Eine Niederlage, die wehtut aber Mut macht
Dieses Spiel zu verlieren, ist mehr als nur “unglücklich”, es ist brutal. Der HV Oberaargau war fast über die gesamte Distanz die bessere, aktivere und spielbestimmende Mannschaft. Dass man sich in der allerletzten Minute um den verdienten Lohn gebracht hat, muss erst einmal verdaut werden. Doch trotz des riesigen Schmerzes bleibt eine wichtige Erkenntnis: In Buchsi weiss nun jeder, dass dieser HV Oberaargau definitiv das Zeug für die 1. Liga hat. Man hat viel Lehrgeld bezahlt, aber gleichzeitig wertvolle Erfahrung gesammelt. Solche bitteren Momente gehören zur Entwicklung einer jungen Mannschaft dazu. Der HVO blickt trotz allem positiv auf die kommende Rückrunde und wird alles daransetzen, die ersten Punkte der Saison einzufahren.
Kopf hoch, Männer! Die Leistung hat gestimmt, das Resultat wird folgen.