Der HV Herzogenbuchsee steigt ab 29. August mit fünf Aktiv- und acht Nachwuchsteams in die neue Meisterschaft. Die erste Frauenmannschaft hat sich für die 10. Saison in der Swiss Premium League 1, der höchsten Schweizer Liga, hohe Ziele gesetzt.
Am 20. August waren Sponsoren, Gönner:innen und Angehörige zum Saisoneröffnungsevent des HV Herzogenbuchsee im Kreuzkeller eingeladen. Im komplett gefüllten Raum wurde den Anwesenden der Kader und die Saisonziele des Frauen-Fanionteams vorgestellt. Als prominenter Gast beantwortete Nationalspieler Lenny Rubin dem Moderator Jürg Lüthi Fragen zum Leben auf und neben dem Feld als Profihandballer.
10. Saison in der Swiss Premium League mit hohen Zielen
Der neue Cheftrainer Fabian Bilger und Assistenztrainerin Margo Felegyi können auf ein im Vergleich zur Vorsaison weitgehend zusammengehalten Kader zählen. Mit Ilenia Zimmer (Handball Nordwest), Lena Husmann (offen), Janissa Schmied und Leandra Lüthi (beide Rücktritt) gab es vier Abgänge zu vermelden. Als Neuzugang kann mit Yana Lüthi ein Eigengewächs aus der zweiten Mannschaft nachgezogen werden. Es wird in der anstehenden Saison entsprechend ein über die letzten Jahre gereiftes und zusammengewachsenes Team in den Buchser Farben auf der Platte stehen. Für Trainer Bilger sind es mit Ausnahme von nur zwei Spielerinnen allesamt Leute, welche er bereits bei den Juniorinnen unter seinen Fittichen hatte. «Für mich fühlt es sich an wie ein Ausflug mit altbekannten und mir nahestehenden Leuten», meint der seit 19 Jahren als Trainer fungierende Bilger. Es brauchte in der Vorbereitung entsprechend wenig Angewöhnungszeit und man hat sich erinnernd an sehr erfolgreiche Nachwuchszeiten entsprechen hohe Ziele gesetzt. «Jahrelang hiess das Ziel Ligaerhalt oder Finalrunde, nun wollen wir mit dieser goldenen HVH-Generation einen grossen Schritt machen. Wenn wir unser nun eintrainiertes Konzept konstant über die Saison umsetzen, dann soll es am Schluss nichts weniger als der Schweizermeistertitel sein», macht der Neo-SPL1-Trainer eine klare und wohl für einige Anwesende eine nicht unbedingt erwartete Ansage.
Nationalspieler Lenny Rubin auf dem Talksofa
Als Spezialgast durfte Moderator Jürg Lüthi mit Lenny Rubin ein Aushängeschild des Schweizer Handballs begrüssen. Der 2.05m-Hühne und über 1000fache Bundesligatorschütze erzählte dem gespannt lauschenden Publikum, dass er als kleiner Knabe lieber Fussball spielte und lange Zeit nicht der Grösste unter Altersgenossen war. «2018 als ich in die Bundesliga wechselte, waren dort nur wenig Schweizer Spieler etabliert. Heute spielt ein Grossteil der Nationalmannschaft in Deutschland oder anderen Spitzenligen», erinnert sich Rubin an seine Anfangszeit im nördlichen Nachbarland. «Der Druck mit einem Profivertrag werde auf einen Schlag viel grösser, wenn man Woche für Woche in vollen Arenen spielt.» Was denn der Unterschied von Spitzenspielern zu den absoluten Weltklassespielern sei, wollte Moderator Lüthi vom Oberländer wissen. «95% ihrer Leistung bringen heute die allermeisten tagtäglich im Training und an jedem Spiel auf die Platte. Die Besten wie der dänische Welthandballer Mathias Gidsel schaffen es jederzeit und ohne Pause ihre 100% zu bringen». Für über 100 Landerspiele ist der Berner Oberländer bisher aufgeboten worden. Das Tragendürfen des Nationaldresses und die Spiele vor eigenem Publikum in der Schweiz, sei denn auch das Grösste und eine riesige Ehre für Rubin. Am Schluss des Gesprächs versuchte Lüthi dem relaxt im Sofa sitzenden Handballhünen etwas über seine offene Vereinszugehörigkeit zu entlocken. Rubin blieb standhaft und liess keine Gerüchte aufkommen. Mittlerweile ist bekannt, dass er für ein Jahr beim BSV Bern unterzeichnet hat.
Breiten- und Nachwuchsbereich mit Ambitionen und Spielfreude
Neben dem SPL1-Team als Aushängeschild werden vier weitere Aktiv- und acht Nachwuchsteams in die Saison starten. Die erste Männermannschaft unter Cheftrainer Jürg Lüthi schnüren nach dem Abstieg in der 2. Liga ihre Schuhe. Ein Team gespickt mit Rückkehrern und nachgezogenen Nachwuchsspielern wird ohne Druck auf einen unmittelbaren Wiederaufstieg nächste Entwicklungsschritte machen und schauen wie weit nach vorne es schon reicht. Die Frauen 1. Liga als Leistungssportgefäss für die Weiterentwicklung von Spielerinnen und punktuell verstärkt mit Leuten aus dem SPL1-Kader, wollen mindestens den dritten Platz in ihrer Gruppe. Das dritte Frauenteam der Spielgemeinschaft Handball Oberaargau musste sageundschreibe 13 Abgänge verkraften und wird somit mit stark verändertem Gesicht und neuem Trainer in die 2. Ligameisterschaft steigen. Die zweite Männermannschaft startet mit einer Truppe Leute im besten Handballalter in eine weitere 3. Liga–Saison.
Beim Frauennachwuchs steigt der HVH mit U18, U16 und U14 auf Interstufe in die Saison mit dem Ziel jeweils den Platz dort mindestens zu halten, respektive in die Inter/Elite-Aufstiegsrunde zu kommen. Beim männlichen Nachwuchs wird die gemeinsam mit dem HV Langenthal lancierte Aufbauarbeit unter dem Dach Handball Oberaargau spürbar. Seit längerer Zeit konnten wieder auf allen Stufen Teams gemeldet werden. Die U17 spielt nach geglücktem Aufstieg in der interregionalen Meisterschaft. Viel Spass werden garantiert die Jüngsten aus der U13 Knaben und U11 Mixed mit viel versprühter Spielfreude machen.

