Es war ein lauschiger, winterlicher Sonnentag. Der Schnee, der am Donnerstag in rauen Mengen die Strassen in ein Putschautofeld verwandelte, war unter gütiger Mithilfe einiger SBB Angestellten, die mangels fehlender Arbeit bei der Bahn (fuhren ja keine Züge), auf die Strasse geschickt wurden, zeitig vor Matchbeginn geräumt. So stand an diesem Sonntag einer problemlosen Anreise mit 14 Spielern und gefühlt 10 Autos nichts mehr im Wege.
Obwohl bisher nur 50%, also knapp die Hälfte der Auswärtsspiele gewonnen werden konnte (1 von 2), war die Stimmung in der Garderobe gut.
Die SG war aber trotzdem gewarnt.
Das Spiel konnte beginnen.
Der Spielstart war zuerst ein zähes Ringen, doch schon bald wollte mehr gelingen und so konnten sich die Herren aus Buchsi/Lthal langsam in Führung bringen.
Angeführt von Mänu Bieri, der viele der schnellen Umschaltspiele in Tore ummüntzen konnte, wurde die Führung stetig bis auf 12:6 ausgebaut. Auch Andreas “Res” Bourani wollte sich heute als schlagkräftiger Konterspieler seine Lorbeeren verdienen, was auch erstaunlich gut gelang. Jedoch einwenig zu wünschen übrig liessen die vielen freien Rückraumwürfe, welche meist von der Torumrahmung gestoppt und das Metall so stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Ein Kunstschlosser wurde schon aufgeboten um die diversen Schäden am Gehäuse zu beheben. Danke Res.
Dein Arm diente wohl auch einem gewissen Leonardo da Vinci als Katapultvorlage. Kräftig und zu präzise. Sehr furchteinflössend!
Mit einem klaren Halbzeitstand von 18:8 für die Gastmannschaft war die Grundlage für einen erfolgreichen Spielverlauf gelegt.
Die ersten Blicke schielten schon unter die Bank Richtung kaltes Gold. Aber noch waren 30 Minuten zu spielen.
Der Beginn der zweiten Halbzeit war ein steter Wechsel zwischen künstlerischer Erschlaffung und aufflammender Energie.
Der Vorsprung konnte zuerst nur knapp gehalten werden, bis in der Mitte der zweiten Halbzeit die Achse Dominik H. und Flavian M. das Spielfeld betrat.
Sie waren vor Saisonbeginn wieder bei diversen Bundesliga Topclubs im Gespräch und konnten glücklicher- und überraschenderweise noch eine weitere Spielzeit, mit einem schmackhaften Einjahresvertrag bei den Oberaargauern gehalten werden. Genaue Vertragsdetails wurden zwar von offizieller Seite keine genannt, aber diverse Insider verrieten, dass es sich bei den Bonuszahlungen um ein Hopfen-Weizen-Gemisch handelt, welches jetzt permanent in der Mannschaftskabine anzutreffen ist. In dreierlei Hinsicht ein Gewinn für die ganze Mannschaft.
Beim Zuschauen der zwei Ausnahmekönner fragten sich wohl alle in der Halle, aus welchem Gestüt solch junge Hengste eine derart starke Pferdelunge gezüchtet bekommen haben.
Sie durchbrachen mal für mal, wie eine alte Gardekavallerie in Keilformation, die gegnerische Verteidigung und machten alles nieder.
Dank sei Odin, der ihnen in seiner grenzenlosen Güte ein williges Opfer beschert hat.
Auch nicht zu vergessen, der in der Halbzeit für Äschbi gekommene Torhüter Joan, welcher dem alten Johanniter Tempelorden abstammt, konnte viele wichtige Bälle abwehren und dem Spiel nach vorne neue Akzente setzen.
Die letzten 5 Minuten vom Match waren angebrochen und nun glichen die Bewegungen auf dem Felde wieder mehr einem angeschossen Schlachtross als einem Dressurpferd.
Aber was solls. Wie Napoleon einst zu sagen pflegte: Veni, Vidi, Vici. Julius C.
So konnte ein nie gefährdeter 37 zu 22 Sieg eingefahren werden.
Besonderes Kompliment gebührt Jegi-Spieler Kofel Peter, der mit seinen 67 Jahren ein bemerkenswert solides Spiel ablieferte.
Andere hätten in diesem Alter wohl schon den dritten Bandscheibenvorfall hinter sich.
Fazit: Die Chancenauswertung war zu vergleichen mit einem Auftritt der Sugarboys, ausbaufähig, man kanns besser machen.
Zitat: Die Spieler vom Oberaargau sind aus gutem Holz. Auch wenn der Vorsprung machmal schmolz, wir sind stolz.
Noch einwenig unbehauen, man muss sich etwas trauen, nicht nach hinten schauen und alles nach vorne hauen.
Grüsse an meine liebste Leserin Conni L.
Marco oder Remo