Für das anstehende Cupspiel Ende Januar mussten einige oberaargauer Akteure früher als gewohnt mittels raschelndem, zweifach 10er-Karton aus dem wohlverdienten Winterschlaf geweckt werden. Zumindest, um ihre Einlaufshirts zu waschen, wenn es schon nicht ins Training reichte.
Man hatte sich viel vorgenommen. So konnte man doch vor Jahresfrist in der Liga schon zum zweiten Mal gegen den heutigen Gegner als Sieger vom Feld gehen. Aber wie es so ist bei Zweitmannschaften: Man kann nie wissen, wer heute alles neu auf der Platte stehen wird. Biel Dö verschickte ihre Weihnachtswunschliste pünktlich Richtung Norden und konnte sich so über die Feiertage auf Geschenke freuen und punktuell verstärken lassen. Wie es auch die SG Oberaargau in früherer Vergangenheit ab und an tat. Muss auch gesagt sein.
So standen sich an diesem eher nebligen, düsteren und kalten Sonntagabend zwei im Vergleich zu vor sechs Wochen etwas umstrukturierte Teams gegenüber. Insbesondere Florian ist nach seiner vorweihnachtlichen Angeschlagenheit (Firmenessen) wieder Herr seiner vollen Kräfte.
Die Stunde schlug fünf, und der welsche Schiedsrichter (franz. Schweiz) liess mit dem Vibrieren seiner Kehle den Wind durch die Pfeife gleiten und eröffnete so die Regiocup-Viertelfinalbegegnung der beiden Mannschaften.
Die ersten zehn Spielminuten glichen einem Staffelrennen. Es ging auf und ab, und zum beinahe ersten Mal in dieser Saison konnte eine Mannschaft läuferisch den Oberaargauern Paroli bieten oder vielleicht sogar noch mehr. Aber bis dahin war das Score noch ziemlich ausgeglichen. Danach konnten die Gäste nicht wie schon beinahe gewohnt leichtfüssig davonziehen, sondern wurden mit ihren eigenen Mitteln geschlagen, vermehrt ausgekontert und konnten ganze acht Minuten kein Tor mehr erzielen. So stand es in Minute 18 8:13 und in Minute 20 schon 8:16. Schon fast eine Vorentscheidung.
Bis zur Zeit, in der plötzlich alle Experten sind – der Pause –, konnte sich die Spielgemeinschaft, bestehend aus 14 Buchsern, wieder auf fünf Tore herankämpfen.
Nach zehnminütigem, taktischem Schulterklopfen und einer Gruppentherapie mit Taktiktafel ging’s schon gleich weiter.
Da lag doch etwas in der Luft: Sie waren noch im Rennen, stolpernd, aber dabei. Die weisse Fahne blieb noch im Schrank.
Angeführt vom Teamcaptain Remö Leuthold Lattenkreuz, benannt nach der südlichsten dänischen Wattmeerinsel in der Nordsee, der ein ums andere Mal seine eher schwierigen Flügelabschlüsse von rechts – als Rechtshänder – massgenau ins obere, weite Eck zimmerte und so viele Zuschauer verzückte, konnten die Gäste den Rückstand kontinuierlich verkürzen und bis zur 37. Minute auf ein Tor aufschliessen.
Danach wurde es ein Wechselbad der Gefühle. Wie Pippo so schön sagte: „Ein Spiel zwischen Licht und Schatten.“
(Anm. Redaktion: Man kann jeden Schatten abschütteln, nur den eigenen nicht.)
Der Gegner zog wieder mehr davon, man kam wieder näher ran. Danach brachten viele frei verworfene Bälle und ungeschickte Ballverluste wieder Wasser auf die Mühle der Gegenpartei. So fehlte am Schluss auch das nötige Wettkampfglück mit dem siebten Feldspieler, und man verlor am Ende des Experiments einigermassen verdient mit sechs Toren 27:33.
An was hat es gelegen? Diese Frage müssen sich nun alle selbst zu beantworten suchen.
Zitat: Wir waren bereit, wir hatten Ideen, doch am Ende liess sich das Resultat nicht mehr drehen. Die Hoffnung lief mit, der Plan war famos – nur leider war der Gegner am Schluss etwas gross.
Grüsse an Pöik, einer der Kopfschmerzen noch mit Hopfentee bekämpft 😉