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Frauen 3: SG Handball Oberaargau – SG Stans/Altdorf 28:23 (14:12)

Mikail Özkilic

Oberaargau gewinnt erstes Heimspiel und bestätigt den Aufwärtstrend

Nur vier Tage nach dem intensiven Auswärtsspiel beim BSV Bern ging es für die 2.-Liga-Frauen der SG Handball Oberaargau bereits weiter. Zum ersten Heimspiel der Saison empfingen die Oberaargauerinnen in der Langenthaler Hard die SG Stans/Altdorf.

Nach der 23:31-Niederlage gegen den Ligafavoriten wollte die Mannschaft eine Reaktion zeigen. Obwohl die Niederlage in Bern auf dem Papier zu erwarten gewesen war, hatte der Spielverlauf mit der langen Oberaargauer Führung durchaus für etwas Enttäuschung gesorgt. Gegen Stans/Altdorf sollte nun die über weite Strecken starke Leistung bestätigt und erstmals vor heimischem Publikum gepunktet werden.

Ungewohnte Formation zum Start

Personell musste Oberaargau erneut improvisieren. Insbesondere am Kreis fehlte zunächst eine gelernte Besetzung, während auch auf den Flügelpositionen Rückraumspielerinnen aushelfen mussten.

Um auf die Situation zu reagieren, entschied sich der Trainer für eine ungewöhnliche Variante: Oberaargau startete ohne klassische Kreisspielerin und dafür mit vier Rückraumspielerinnen. Die Formation war im Abschlusstraining erstmals einstudiert worden und sollte der Mannschaft ermöglichen, ihre vorhandenen Stärken im Rückraum bestmöglich auszuspielen.

Die Anfangsphase war zunächst von Nervosität geprägt. Auf beiden Seiten häuften sich technische Fehler und es dauerte rund zweieinhalb Minuten bis zum ersten Treffer. Stans/Altdorf erwischte dabei den etwas besseren Start und legte zunächst immer wieder einen Treffer vor, Oberaargau konnte jedoch jeweils reagieren.

Nach rund einer Viertelstunde übernahmen die Gastgeberinnen erstmals die Führung. Beim Stand von 8:9 gerieten sie nach rund 20 Minuten allerdings nochmals in Rückstand.

Oberaargau findet immer besser ins Spiel

Mit dem 9:9-Ausgleich fand Oberaargau zunehmend Sicherheit und übernahm anschliessend endgültig die Kontrolle über die Partie.

Die ungewohnte Formation mit vier Rückraumspielerinnen stellte Stans/Altdorf dabei immer wieder vor Probleme. Noch funktionierten nicht sämtliche Laufwege und Abstimmungen perfekt, dennoch gelang es den Oberaargauerinnen bereits, immer wieder Druck auf die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr auszuüben und gute Abschlussmöglichkeiten herauszuspielen.

Mit zunehmender Spieldauer wurde das Spiel der Gastgeberinnen sicherer. Gleichzeitig stand auch die Defensive stabil und liess Stans/Altdorf nur wenige einfache Tore zu.

So erspielte sich Oberaargau bis zur Pause eine verdiente 14:12-Führung.

Umstellung sorgt für neue Probleme bei Stans

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Angriffsbild der Oberaargauerinnen erneut. Nachdem inzwischen wieder eine Kreisspielerin zur Verfügung stand, kehrte die Mannschaft zur gewohnten Formation mit drei Rückraumspielerinnen und klassischer Kreisbesetzung zurück.

Die Umstellung zeigte schnell Wirkung.

Nachdem Stans/Altdorf während der ersten Halbzeit praktisch ohne Kreisspielerin hatte verteidigen müssen, entstanden nun immer wieder grosse Räume am Kreis. Oberaargau nutzte diese konsequent und erspielte sich zahlreiche erfolgreiche Kreisanspiele und Abschlüsse aus kurzer Distanz.

Der Vorsprung wuchs dadurch früh auf vier bis fünf Treffer an und betrug zwischenzeitlich sogar acht Tore.

Defensive lässt kaum noch etwas zu

Mindestens ebenso wichtig wie die offensive Variabilität war die Leistung in der eigenen Abwehr. Besonders in der zweiten Halbzeit agierten die Oberaargauerinnen sehr kompakt, halfen sich gegenseitig und zwangen Stans/Altdorf immer wieder zu schwierigen Abschlüssen oder Ballverlusten.

Die Gäste fanden nur noch selten Lösungen gegen die gut organisierte Defensive.

Oberaargau konnte den Vorsprung dadurch kontrollieren, weiterhin allen Spielerinnen Einsatzzeit ermöglichen und die Partie ohne grössere Schwierigkeiten über die Schlussphase bringen.

Nach 60 Minuten stand ein verdienter 28:23-Heimsieg fest.

Zwei weitere wichtige Punkte

Mit dem Erfolg gewinnt die SG Handball Oberaargau nicht nur ihr erstes Heimspiel der Saison, sondern holt gleichzeitig zwei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten.

Nach der starken Leistung über weite Strecken gegen den BSV Bern bestätigte die Mannschaft damit ihren positiven Eindruck der vergangenen Spiele nun auch mit einem Sieg.

Besonders erfreulich war dabei die taktische Flexibilität: Zunächst funktionierte die erst einmal trainierte Variante mit vier Rückraumspielerinnen, später konnte erfolgreich auf die gewohnte Formation mit Kreisspielerin umgestellt werden.

Mit den beiden Punkten verbessert sich Oberaargau in der Tabelle wieder auf Rang 3.

Zum Abschluss der englischen Woche erneut gegen Bern

Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Donnerstag wartet zum Abschluss der englischen Woche erneut der BSV Bern – diesmal zum Rückspiel in der heimischen Langenthaler Hard.

Die Rollen werden auch dieses Mal klar verteilt sein und die Aufgabe gegen den Liga- und Cupsieger der vergangenen Saison dürfte erneut eine grosse Herausforderung darstellen.

Die Oberaargauerinnen haben in den vergangenen beiden Spielen jedoch gezeigt, welches Potenzial in der neu formierten Mannschaft steckt. Bereits im Hinspiel gelang es, Bern während beinahe drei Vierteln der Partie ernsthaft zu fordern.

Nun bietet sich die nächste Gelegenheit, den Favoriten erneut zu ärgern – und vielleicht gelingt es diesmal sogar, die starke Leistung über die gesamte Spieldauer aufrechtzuerhalten.

Telegramm

17.10.2026 F2-04 / Spiel 1571

Langenthal Hard

SG Handball Oberaargau – SG Stans/Altdorf 28:23 (14:12)

35 Zuschauer

Schiedsrichter: Simon Aeberhard

Coach: M. Özkilic

Aufstellung: F. Straub (33%); N. Sommer (1), L. Staub, R. Leibundgut (3), L. Aikhionbare (5), A. Schröer (3), A. Gugelmann (10), G. Costa, K. Chmielnicka (1), A. Lohm (1), L. Haenni (4)

 

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