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Fabian Bilger zu seinem Engagement als Herren 1 – Trainer

Wieso hast du diesen Job angenommen? Was reizt dich daran?
Ich kenne die Jungs natürlich gut und sie mich – wenn auch nicht in dieser Rolle. Deshalb habe ich, als die Anfrage kam, schon sehr ernsthaft überlegt, ob ich das machen will. Aber am Ende war die Lust gross, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Es ist eine super Truppe mit jungen Spielern, die noch viel Potential haben. Der Aktivbereich funktioniert anders, als der Nachwuchsbereich wo jede Mannschaft nur ein oder zwei Jahre besteht und die Spieler ständig wechseln. Mit einer Mannschaft über mehrer Jahre etwas aufbauen, eine Philosophie zu etablieren, eine Verbindung zum Publikum zu schaffen, das ist einer der grossen Reize. Diese Perspektive sehe ich mit diesem Team.

Wie siehst du die Ausgangslage beim Herren 1?
Unter meinem Vorgänger Rolf Haussener hat sich das Angriffspiel stark entwickelt, die Mannschaft hat einen Schritt nach vorne gemacht und sich verdient für die Finalrunde qualifiziert. Die Abgänge der Routiniers wiegen schwer, andere Spieler müssen in diese Rolle hineinwachsen. Die Chancen stehen dafür aber gut, da das Team ansonsten fast ganz zusammen bleibt. Insgesamt sind wir auf fast allen Positionen vielversprechend besetzt – insbesondere die Kreisläuferposition ist wahrscheinlich die beste der ganzen Liga. Finden müssen wir einen neuen Spielmacher und mehr Breite auf der Torhüterposition.

Was sind die ersten Ziele die mit dieser Mannschaft verfolgt werden können?
Zuerst einmal müssen wir unter diesen schwierigen Umständen eine vernünftige Vorbereitung gestalten. Das wird einiges an guter Planung und etwas Improvisationsfähigkeiten brauchen. Die Spieler müssen – solange wir nicht gemeinsam trainieren können – viel Selbstdisziplin an den Tag legen.
Danach will ich vor allem in die Trainingsqualität und -disziplin investieren. Ich will mehr Leistungssportgedanke im Sinne von: jeder holt mit seinen Voraussetzungen das Optimum heraus. Das heisst auch, dass wir das Training stärker individualisieren. Spieler, die aufgrund von Beruf oder Ausbildung mehr in den Sport investieren können, sollen das auch tun – mit auf sie abgestimmten Plänen.
Spielerisch wird der erste grosse Fokuspunkt die Abwehr sein. Dort liegt noch extrem viel Potential, man kann nicht jedes Wochenende vorne 30+ Tore werfen. Man muss auf Basis einer starken Abwehr auch mal mit 25 Toren ein Spiel für sich entscheiden können.

Wie und mit was in erster Linie wirst du dich einbringen um die Ziele erreichen zu können mit dem Team?
Das Allerwichtigste zuerst: gut trainieren. Ich will qualitativ hochwertige Trainings, Spieler die voll bei der Sache und auf der Höhe ihrer Aufgabe sind. Wir haben nicht viel Zeit in der Halle, die müssen wir optimal nutzen.
Daneben bin ich ein Trainer, dem gute Kommunikation extrem wichtig ist. Meine Arbeit zielt immer darauf ab, eine Kultur des Miteinanders zu schaffen. Der Trainer geht nie aufs Feld, hat nie den Ball. Deshalb muss man in dieser Rolle bescheiden bleiben: Ich brauche mündige Spieler, die den Mut und das Selbsvertrauen haben, in den entscheidenen Situationen Verantwortung zu übernehmen. Meine Zutun dafür erfolgt vorher: mir ist wichtig, dass ich von jedem Spieler weiss, woran er arbeiten will, wie ich im helfen kann seine Ziele zu erreichen. Und natürlich will ich, dass jeder Spieler versteht wie und weshalb wir spielen wollen, was mir als Trainer wichtig ist und was wir gemeinsam aufbauen wollen.

Welche Trainerausbildungsstufe hast du aktuell?
Ich habe ein Diplom als Berufstrainer Leistungssport und die SHV B-Lizenz.

Wie lange warst du nun Elite U18 Juniorinnen-Trainer?
Seit es diese Liga gibt – ich glaube 6 Jahre. Insgesamt war ich 12 Jahre Nachwuchstrainer beim HVH, 10 davon in den jeweils höchsten Nachwuchsligen.

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